Montag, 19. Oktober 2009

A day at the races

Ja, es wird Mal wieder Zeit zu berichten, was es so Neues hier gibt! Wie ihr vielleicht wisst, sind die Australier ja ziemlich sportbegeistert. Die Football-und Cricketsaison ist jetzt vorbei, jetzt ist Pferderennen angesagt! In Melbourne ist das das Event schlechthin, "Melbourne Cup Day" ist sogar tatsächlich ein Feiertag hier! 
Also war ich letzten Samstag beim Caulfield Cup (anscheinend ist die Rennbahn direkt gegenüber vom Unigelände dort), um mal herauszufinden, was es damit so auf sich hat.
Erst einmal musste ich feststellen, dass die Pferde so ziemlich am unwichtigsten sind....

Sorry, horses - die Leute hier interessieren sich nicht wirklich für euch - wahrscheinlich war ich die einzige an dem ganzen Tag, die Fotos von euch gemacht hat!


Nein, die Besucher kommen zum Pferderennen aus drei verschiedenen Gründen: Erstens, um gut auszusehen, zweitens um sich zu betrinken und Party zu machen, und drittens, um Geld zu gewinnen (bzw. eher zu verschwenden).
Auf dem Bild seht ihr eine Gruppe von Standardbesuchern beim Picknicken und Cocktails schlürfen:

Man bemerke, dass alle ziemlich schick angezogen sind, genauso wie im Casino kommt man ohne Jackett leider nicht rein. Das war mir natürlich schon klar, aber ich dachte mir, Rock und schicke Sandalen reichen, für ein Kleid ist es mir mit 15-18 Grad doch ein bisschen zu kalt, und in Melbourne weiß man nie, ob es nicht doch plötzlich zu regnen anfängt...



Leider musste ich feststellen, dass ich definitiv zu underdressed war, anscheinend trägt man hier nach einem ungeschriebenen Gesetz interessanten Kopfschmuck (Hut o.Ä.), möglichst hohe Schuhe (mind. 5cm) und ein möglichst knappes Kleid, egal wie kalt:

Ja, die Hüte sahen schon interessant aus...

Oder wie wäre es mit ein paar schicken Federn im Haar?


Aber ich war schließlich nicht beim Rennen, um zu zeigen, was ich für einen tollen Hut habe, ich habe sogar was Sinnvolles gemacht, und zwar Anstecker für die Krebsfürsorge verkauft. Hat sogar ziemlich viel Spaß gemacht, auch wenn man die ganze Zeit Leute anquatschen muss. Aber da die ja natürlich alle Geld haben (oder so tun als ob!), wurde ich die sogar ganz gut los. Leider musste ich nach einer Weile feststellen, dass die besten Kunden Männer zwischen 20 und 30 sind; ich bin ja davon überzeugt, dass es daran liegt, dass die Anstecker auf einem Jackett besser aussehen als auf einem Kleid, aber vielleicht lag es auch daran, dass die Typen denken, dass sie uns Mädels beeindrucken können, wenn sie mal ein bisschen was spenden. Allerdings waren die stumpfen Anmachen und Fragen nach unserer Telefonnummer auch irgendwann ziemlich nervig, aber die guten 500$ die wir eingenommen haben, waren es schon wert :).


So sah es drinnen in einer der Hallen aus, natürlich gibt es überall Wettbüros, wo man sein Geld loswerden kann. Die meisten Leute verfolgen die Rennen auch über Bildschirme, leider gibt es zu wenig Plätze, um die Rennbahn direkt zu sehen.


Aber wir hatten trotzdem viel Spaß, die ganzen Leute zu beobachten, war auf jeden Fall eine ziemlich interessante Erfahrung!

Es gibt sogar tatsächlich einen Preis für den besten Hut, man kann es kaum glauben! Ich frage mich, ob es bei "Australian next topmodel" auch die Kategorie "Raceoutfit" gibt ;)

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